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Einsamer Kampf

Einsamer Kampf

Sie saß auf der Schulbank und versank in ihren Gedanken. Die Stimme der Lehrerin nahm sie gar nicht wahr, zu sehr träumte sie vor sich hin. Eigentlich wollte sie nur nach Hause, sich unter ihrer Bettdecke verkriechen und ihrem Atem lauschen. Aber das ging doch sowieso nicht, sie musste in einer Schule voller Idioten sitzen und sich Dinge anhören, die sie niemals wieder brauchen würde. Wer wolle das schon verstehen bis auf sie, die Lehrer liebten es ihr stundenlange Vorträge zu halten, dass wenn sie nicht aufpasst ihre Zukunft langsam aber sicher aussichtslos sei. Sie hatte gute Noten, was wollten die eigentlich von ihr, doch hörte sie sich alles an und nickte ab und zu brav. Die Pädagogen waren zufrieden und sie auch, wenn man sie wieder alleine ließ. Wie viel Zeit man letztlich in der Schule verschwendet, wollte sie gar nicht so genau wissen. Jedenfalls war es ihre Zeit und so konnte sie in ihr auch machen was sie wollte und sie wollte nachdenken. In ihrem Kopf ging immer wieder das selbe umher: Klingen, Blut und der Wunsch nach dem Tod. Sie war nicht wie andere Jugendliche in ihren Alter, dass hatte sie schon in der Grundschule mitbekommen. Was sonst könnte der Grund gewesen sein, dass sie immer verprügelt und verspottet wurde. Bis heute hat sie zwar einiges geändert, doch ob dies positiv sei darf man selbst entscheiden. Statt Gewalt bekam sie Ignoranz zu spüren. Niemand in der Schule wusste ihren Namen und niemand wollte je etwas mit ihr zu tun haben. Warum das so war, sie wusste es nicht. Sie versuchte es immer sich anzupassen, aber es war aussichtslos, sie hatte schon den Stempel Loser aufgedrückt bekommen, doch irgendwann akzeptierte sie auch das. Was sollte sie schon dagegen unternehmen. Aber es war nicht nur die Schüler die sie verspotteten, auch die Lehrer waren keinen Deut besser. Sie hasste die Schule und alles was man damit verbinden konnte. Obgleich sie sich auch zu Hause nicht wirklich akzeptiert fühlte. Ihre Eltern lebten zusammen und doch nicht. Jeden Tag stritten sie sich, redeten von Scheidung doch im Grunde blieben sie trotzdem zusammen. Vielleicht um das Weltbild einer perfekten Familie aufrecht zu erhalten. So war es schon immer in ihrer Familie gewesen, Probleme wurden totgeschwiegen sie durften nicht an die Öffentlichkeit kommen. Wie würde das aussehen, hat ihre Mutter immer gesagt und sie nahm sich das zuherzen. Sie sprach mit niemanden über ihre Probleme und blieb immer für sich. Es war schwer, denn wie oft wünschte sie sich jemanden der sie verstand, der ihr Mut machte, wenn sie keine Hoffnung mehr sah. Doch es war Ausweglos, keiner wollte mit ihr zusammen sein und wenn es doch jemanden geben würde dürfte sie mit ihm nicht über Probleme reden. So blieb sie alleine mit ihren Gedanken und Gefühlen. An manchen Tagen wünschte sie sich einfach nur zu sterben, nicht mehr hier zu sein. In der letzten Zeit wurde dieser Wunsch immer lauter, die Stimme in ihren Kopf schrie sie förmlich an. Doch wie würde es wirken, wenn sie sich umbringen würde. Was würden ihre Eltern dann von ihr denken, sie war nie wie man sich eine Tochter wünschte und wenn man dann Suizid begeht, nein das würde das komplette Bild zerstören. Aber ab und an fragte sie sich, warum sie überhaupt Rücksicht auf andere nehmen sollte, wer berücksichtigte den sie? Eines musste sie aber zugeben, ihre Eltern waren keine schlechten Eltern, sie taten ihr bestes für sie und ihren Bruder, doch sie wünschte sich oft das ihr Bestes besser wäre. Sie konnte niemanden die Schuld für ihr andauerndes Versagen geben, sie alleine trug schuld an dem was passierte. Oft hielt sie das Gefühl der Schuld nicht mehr aus und flüchtete. Sie flüchtete in Erlösung. Abends, wenn sie alleine in ihrem Zimmer saß, ihren Teddy unter dem linken Arm und in der rechten Hand eine Rasierklinge haltend wusste sie wie sie das Gefühl los wurde. Sobald sie die Klinge auf ihre Haut setzte spürte sie Freiheit, es war so als wären alle Gefühle für einen Moment verschwunden. Sie genoss es sehr ihrem Blut zuzusehen, wie es langsam ihren Arm hinunterlief und auf der Zeitung die sie unterlegte eine kleine Pfütze bildete. Stundenlang saß sie so da und konnte in eine andere Welt entfliehen. Oft wünschte sie sich, sie könnte tiefer schneiden, tief genug das sie nie mehr aufwachen würde. Doch sie wurde von einer höheren Macht gehalten, sie konnte nicht gehen. Es war komisch, sie konnte nicht sterben, doch leben konnte sie auch nicht. Ihr Leben war ein dahinwegetieren , etwas was sie so sehr hasste und doch nicht beenden konnte. Durch diese Tatsache hasste sie sich noch mehr.
Das Klingeln der Schulglocke riss sie aus ihren Träumen, hastig packte sie ihre Schulsachen zusammen. Sie wollte jetzt ihren Traum wahr machen und nach Hause rennen und ihren Körper unter der Bettdecke verstecken. Wie der Tag enden würde stand auch schon fest, die Klinge bestimmte ihr Leben und sie hatte aufgehört dagegen etwas zu unternehmen.



Tränen kann ich nicht mehr weinen
lieber lasse ich meinen Körper leiden
euch ist es egal was aus mir wird
ich bin im Krieg, doch werde ich ignoriert
19.6.06 14:51
 


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